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January 27 2012
Wissenschaftliches Gutachten belegt: keine "Schutzlücke" ohne Vorratsdatenspeicherung
Dem Chaos Computer Club (CCC) wurde ein wissenschaftliches Gutachten der kriminologischen Abteilung des Max-Planck-Instituts (MPI) für ausländisches und internationales Strafrecht zugespielt, das sich detailliert mit der Frage der angeblichen "Schutzlücke" durch den Wegfall der Vorratsdatenspeicherung nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2010 beschäftigt. Die Studie kommt zum eindeutigen Ergebnis, daß eine solche immer wieder behauptete Lücke nicht besteht. Die angebliche Notwendigkeit der Speicherung von 300 bis 500 Millionen Datensätzen pro Tag kann laut der Untersuchung nicht durch kriminologische Statistiken belegt werden.
Europäische Union unterzeichnet ACTA
Am Donnerstag hat das umstrittene Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) eine weitere Hürde genommen. Das nach Initiative der USA und Japans in mehrjährigen Verhandlungen 2011 fertiggestellte völkerrechtliche Abkommen sieht unter anderem vor, dass Internet-Anbieter für Urheberrechtsverletzungen von Kunden haftbar gemacht werden können. Kritiker sehen daher ACTA in einer Reihe mit Bestrebungen in einzelnen Staaten, das Urheberrecht zu verschärfen. Ähnliche Gesetzesvorhaben in den USA stießen vergangene Woche auf derart massive Proteste, dass im Kongress geplante Abstimmungen auf unbestimmte Zeit verschoben wurden.
January 26 2012
zeit.de: Vorratsdatenspeicherung findet bei T-Mobile weiter statt
Daten des Grünen-Politikers Malte Spitz legen nahe, dass T-Mobile unnötig viele Kundendaten vorhält. Einziger Unterschied zur Vorratsdatenspeicherung: die Speicherdauer.
Die deutschen Mobilfunkanbieter speichern weiterhin alle sogenannten Verkehrsdaten ihrer Kunden, obwohl es dafür keine gesetzliche Verpflichtung gibt. Der einzige Unterschied zur Vorratsdatenspeicherung bestehe in der Speicherdauer, sagt Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen. Sein konkreter Vorwurf: T-Mobile halte exakt die Datensätze aller Kunden vor, die bei der Vorratsdatenspeicherung verlangt würden, obwohl nicht alle rechnungsrelevant seien.
im Ö1 Frühjournal um 6 und in den FM4 Nachrichten um 7:30
http://paperstorm.anonymous-austria.com
paperstorm Gemeinsam gegen den Überwachungsstaat!
Die Vorratsdatenspeicherung rückt immer näher. Kaum jemand weiß, was das bedeutet und wie stark damit in die Rechte der Bürger eingegriffen wird.
Wir wollen möglichst viele Menschen über die existierenden und zukünftigen Überwachungsmethoden aufklären und sie dazu bringen, sich das nicht länger gefallen zu lassen! Mit den Flyern und Visitenkarten wollen wir eine breite Masse erreichen, denn mit der kommenden Vorratsdatenspeicherung wird unsere Privatsphäre weiter eingeschränkt. Dieser Überwachungswahn unserer Politiker muss gestoppt werden!
Mit dem Paperstorm wollen wir Zeichen setzten. Ein Zeichen gegen den Generalverdacht, gegen die totale Kontrolle und gegen den Überwachungsstaat, denn jeder Mensch hat das Recht auf Privatsphäre und Geheimnisse!
Es darf nicht sein, dass Methoden angewandt werden, die kaum etwas bei Ermittlungen bringen, aber alle Bürger unter Generalverdacht stellen!
Videoüberwachung in Hamburg – das Urteil
Das Gericht hat im Sinne der Verantwortlichen geurteilt:
Die Richter entschieden am Mittwoch: Das Sicherheitsbedürfnis und das Interesse der Polizei an der Verhinderung von Straftaten rechtfertigen Einschnitte in die Grundrechte von Anwohnern und Passanten. Außerdem seien die Länder befugt, den Einsatz der Überwachungskameras in eigenen Polizeigesetzen zu regeln. (NDR Online 25.1.2012)
Das ist tragisch, denn für beide Argumente gibt es keine empirischen Belege – bisher nicht und aus wissenschaftlcher Sicht auch in Zukunft nicht so wie die Verantwortlichen es gern hätten. Der letzte Satz ist hingegen richtig und weißt eher auf die politischen Dimensionen von Videoüberwachung hin, denn auf ihre praktische Wirksamkeit. Ob mit den Kameras allerdings Bewegungsprofile erstellt werden, sei dahingestellt – das Argument der Klägerin halte ich im Hinblick auf die Kameras auf der Reeperbahn für weit hergeholt – Kameras sind Raumüberwachungsinstrumente (noch).
Tatsächlich interessant war eine kleine Sache am Rande – die Umfrage bei NDR Online. Die Fragen wie üblich pauschal – aber selbst hier eine leichte Zustimmung – wie erwartet.
January 25 2012
NYPD Drive-by-Scanning
Who needs to be stopped for a search if a Police Officer can scan you from the comfort of his car?
“This technology has shown a great deal of promise as a way of detecting weapons without a physical search,” said New York City Police Commissioner Ray Kelly during his State of the NYPD address on Tuesday.
The gun scanning technology will help lessen the need for NYPD’s use of Stop and Frisk procedures that allowed officers to stop New Yorkers for random street interrogations or searches. In 2011, about 600,000-plus New Yorkers were stopped.
See the video to learn how it works.
Videoüberwachung in Hamburg reloaded
Es war lange ruhig um die Hamburger Kameras (NDR online – könnte also schnell verschwunden sein der Artikel) . Jetzt aber gewinnt die dahindümpelnde Debatte wieder an Fahrt, leider mit den gleichen Argumenten und einer erneuten Hysterie, als nach einer FDP Anfrage festgestellt wurde, dass über 10.00 Kameras in der Stadt im Einsatz sind – 8.000 allein in den U-Bahnen und einigen Bussen. Nicht mitgerechnet dürften dabei die privat betriebenen in den Shopping Malls, Tankstellen und anderen Geschäften sein sowie die in und um Betriebe herum – zur Geländesicherung und zur Eingangskontrolle.
Ob eine pauschale Hysterie hier angebracht ist, will ich bezweifeln – denn wie wir inzwischen wissen sollten bestehen zwischen den Systemen, Räumen, der Technik und dem Personal sowie der Ziele große Unterschiede – nur eine Berücksichtigung lässt eine Bewertung zu. Und dann sollte die Frage auch nicht wieder sein – Wirken die oder nicht? Die Frage ist eher unsinnig und steht ja auch nicht in dem jetzt anstehenden Urteil zur Debatte.
Die beiden Datenschützer Thilo Weichert (Kiel) und Christoph Schnabel (Hamburg) erläutern die Problematik und rechtliche Lage in Interviews mit dem NDR. Ob dem politischen Argument “Kamera” allerdings allein mit rechtlichen Hinweisen beizukommen ist bleibt zweifelhaft. Zu verlockend mit den Objektiven Aktion vorzugaukeln. Wenn allerdings der Datenschützer Schnabel mit dem subjektiven Sicherheitsgefühl die Kameras in den U-Bahnen unkritisch sieht, ist das ein blödes Argument, denn genau wissen tut das niemand. Es gibt andere Gründe, die vielleicht dafür sprechen, aber das subjektive Sicherheitsgefühl kann dann wieder auf alles angewandt werden – auch auf Kaufhäuser, Schulen und den öffentlichen Raum.
Journal-Special zu Facebook
Auch wenn es nicht dierekt zum Thema Überwachung ist – aber vielleicht gibt es hier ein paar interessante Infos und Sichtweisen zu Facebook, die in der Diskussion oftmals untergehen.
Eine Sondernummer von Kommunikation@Gesellschaft widmet sich dem Thema Facebook.
2 Essays, 4 Artikel, 1 Forschungsnotiz und eine Doppelrezension sind online verfüg- und lesbar unter: http://kommunikation-gesellschaft.de
Eine Erwähnung bei Zeitonline hat es auch schon gegeben
January 24 2012
Berliner Polizei rasterte millionenfach Handy-Daten
Die Berliner Polizei hat in den vergangenen Jahren auf der Suche nach Brandstiftern und politisch motivierten Straftätern weit mehr Mobilfunkdaten abgefragt als bisher bekannt. Bei einschlägigen Aktionen seien in 357 Fällen rund 4,2 Millionen Verbindungsdaten ausgewertet worden, erklärte die Vizepräsidentin der Berliner Polizei, Margarete Koppers, Berichten zufolge im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses am Montag. Rund 1,7 Millionen Datensätze würden noch aufbewahrt, während der Rest mittlerweile gelöscht worden sei. Die Betroffenen seien nicht informiert worden.
Insgesamt gehen die Maßnahmen weit über die flächendeckende Erfassung von Mobilfunkdaten anlässlich einer Anti-Nazi-Demonstration in Dresden im Februar 2011 hinaus. Die dortige Polizeidirektion hatte per Funkzellenabfrage 138.630 Verbindungs- und Standortinformationen erhoben, das Landeskriminalamt parallel knapp 900.000 "Verkehrsdaten", 257.858 Rufnummern und 40.732 Bestandsdaten mit Namen und Anschrift von Mobilfunkteilnehmern. Der sächsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schurig befand im Herbst, dass das Vorgehen unverhältnismäßig und so rechtswidrig gewesen sei.
“ Diese zwei österr. MEPs können evtl. noch was gegen ACTA tun: elisabeth.koestinger@europarl.europa.eu joerg.leichtfried@europarl.europa.eu ”— @RolandGiersig
January 23 2012
Vorratsdatenspeicherung: Protest gegen Gesetzesnovelle
Gestaltung: Julia Gindl
Moderation und Redaktion: Wolfgang Ritschl
Mehr als 38.000 Personen haben bis dato den Text der Bürgerinitiaive "Stoppt die Vorratsdatenspeicherung" unterzeichnet. Ab dem 1. April werden die Kommunikationsdaten aller Bürger gespeichert. Also nicht nur von Personen, die verdächtigt werden, eine Straftat begangen zu haben. Auf Verdacht und auf Vorrat werden Internetprovider speichern, wer wann mit wem über Telefon oder Internet kommuniziert hat und das sechs Monate lang. Auf Anfrage von Staatsanwaltschaft, Polizei oder Gericht müssen die Kommunikationsdaten herausgegeben werden. Die Bürgerinitiative AK Vorrat protestiert dagegen und beruft sich auf Artikel 8 der Europäischen Menschenrechts Konvention: Jede Person hat das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Wohnung und ihrer Korrespondenz.
heise.de: Aufrüstung der Überwachung in China
In Wuhan nahm ein Netz von 250.000 Überwachungskameras seinen Dienst auf, alle größeren Städte sollen mit einer derartigen Rundumüberwachung transparent werden
Österreich unterzeichnet Anti-Piraterieabkommen | Netzpolitik | futurezone.at: Technology-News
January 18 2012
January 17 2012
On January 18, 2012, Congress will once again discuss the Stop Online Piracy Act. SOPA not only allows a court to order the blocking of a website through measures such as DNS blocking or other 'appropriate measures', but also allows a private party to cut off funding to a website without court involvement.
Both of these proposals are incredibly dangerous to the internet and to the freedom of speech of individuals. The blocking mechanisms that are defined (such as DNS blocking) are so trivial that any dedicated or tech-savvy 'pirate' will easily circumvent them, but other sites that have nothing to do with 'piracy' will suffer; as their users are often not computer literate enough to bypass SOPA. Ironically this legislation does not affect the people it is targeting. Even if you don't live in the United States, you will be affected by this legislation, as much of the core internet infrastructure is located in the US.
Apart from the technical blocking measures, another serious problem is the ability of a private entity to shut down the money flow of a website without any involvement of a court. By making payment providers and advertisement networks liable for the websites they provide services to, they can be bullied into cutting off services to any website that is accused of infringing copyright; whether guilty of this act or not, it does not matter. This would allow companies to shut down and censor almost any site they don't approve of without even going to court - after all, most sites can't survive without a source of income.
On January 18, between 8am and 8pm EST (or 13:00 and 01:00 UTC), Reddit will be blacking out their website in protest of SOPA and PROTECT IP. We request all website administrators worldwide - and especially those running large user-content websites - to black out their website at the same time, to voice their opposition of SOPA and PROTECT IP. This legislation may very well not only change the future of the internet as a whole, but also change the future of YOUR website. Act against it before it's too late.
We are Anonymous.
We are legion.
We do not forgive.
We do not forget.
Expect us.
For example pages that you could use to black out your website, you can have a look at the following URLs:
* http://anonyops.com/sopacode.php (Everything)
* http://pastebin.com/rqfqpWdj [ Example:http://pastehtml.com/view/bku8d8uhk.html ] (Everything)
* http://sopastrike.com/ (Everything)
* http://www.markhamstra.com/modx-blog/2012/01/blacking-out-my-site-january-18t... (MODX-specific)
* http://wordpress.org/extend/plugins/simple-sopa-blackout/ (Wordpress-specific)
If you don't own a website, you can still add a banner to your Twitter profile image to show your opposition of SOPA: http://www.blackoutsopa.org/
To learn more about the financial contributions of the media and internet industries to the various involved politicians involved in the SOPA vote, and their actual stance, have a look at http://projects.propublica.org/sopa/ .
oe1.orf.at: Hands off my Internet: Stop SOPA
[online zum nachhören:]
Die US-Gesetzesentwürfe "SOPA" (Stop Online Pivacy Act) und "PIPA" (Protect IP Act) sollen das Urheberrecht von Musik und Filmen im Internet schützen. Provider könnten in Hinkunft ohne großen Aufwand Internetseiten, die gegen Copyrights verstoßen, einfach sperren. "Das Gesetz würde das Ende des Internets, wie wir es kennen, bedeuten", meint eine amerikanische Abgeordnete. Einer der Initiatoren führt hingegen an, dass es keine Zensur sei, wenn Gesetze gegen ausländische Diebe angewendet werden. Große Internetkonzerne wie Google, Amazon, Facebook, AOL und Mozilla haben sich zu einer Netz-Koalition zusammengeschlossen und den Gesetzesentwurf kritisiert, der Online Dienst Reddit und das Online Lexikon Wikipedia haben für Mittwoch angekündigt, aus Protest 12 Stunden offline zu gehen. Seit gestern Abend ist SOPA vorerst einmal auf Eis gelegt.
Videoüberwachung zum Abstimmen
Die Stadtverwaltung von Buenos Aires bittet ihre Bürger, per Facebook oder Twitter über künftige Standorte von Überwachungskameras abzustimmen: Plan integral de seguridad.
Aktuell helfen uns mehr als tausend Kameras dabei, Verbrechen zu verhindern. Gegen Ende des Jahres 2011 werden zweitausend aufgestellt sein. Stimmen Sie überdiejenigen Standorte ab, die Sie als wichtig für Ihre Sicherheit erachten, mit Hilfe von Twitter oder Facebook.
January 16 2012
DE: Datenschützer lesen RFID-Chips in Kleidung aus
Protest gegen Schnüffel-Etiketten: Der Datenschutz-Verein FoeBud hat RFID-Chips ausgelesen, die in Kleidung von Kunden eines Gerry-Weber-Geschäfts versteckt waren.
Wer Kleidung der Modefirma Gerry Weber kauft, bekommt gleich noch eine Spionagewanze in Form eines RFID-Chips dazu. Dieser verbirgt sich im Pflege-Etikett, enthält eine eindeutige Produkt- und Seriennummer – und kann überall auf eine Entfernung von mehreren Metern ausgelesen werden. RFID steht für Radio Frequency Identification. Theoretisch ließen sich damit Bewegungsprofile von Gerry-Weber-Kunden erstellen. Der Datenschutzverein FoeBud [...]
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