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June 08 2017

Konferenz: Surveillance Cultures, Gießen, 6.-7. Juli 2017

Das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen veranstaltet vom 6.-7. Juli 2017 eine Konferenz zu “Surveillance Cultures” mit vielen spannenden Vorträgen zu Überwachung aus Perspektive der Kulturwissenschaften. Ich selbst werde einen kurzen Workshop anbieten.

This symposium offers a platform to address the political-cultural dimension of surveillance practices and surveillance techniques within our current empirical realities as well as the historical contexts from which they arose. It will also look into the ways in which cultural representations of surveillance in various media grant insight into the particular experiences generated through exposure to and effecting of surveillance.

Hier geht es zum Konferenzprogramm.

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June 07 2017

Was wäre wenn schlaue Geräte Zeugen wären?

Der Künstler Luke Munn spielt mit der Idee, was wäre wenn Alexa oder ein ähnliches Ding tatsächlich als Zeuge für Geschehnisse zugelassen wäre, ein Blick in unsere digitale Zukunft des “guten Leben” wie es sich die Nerds aus dem Silicon Valley vorstellen. http://lukemunn.com/monitor/

© Luke Munn, Work: Monitor

Recently police in Arkansas issued a warrant for Amazon Alexa data in connection with a suspected homicide. Though the request was denied, this artwork acts as if it was accepted, using ‘smart home’ notifications to extrapolate from the evening’s events: a few friends, a few drinks, a floating body. In doing so, it explores the data these objects might possess and anticipates some of the ways it might be both used and abused.

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Kleidung gegen Überwachung

Mode kann Trendsetter sein, aber auch eine Reaktion auf die gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Beispiele in der Geschichte der Bekleidung sind vielfältig, vom Minirock, zur Krawatte, zu den Baggy-Jeans der Hiphopper (und der kleinen Jungs, die fast immer damit stolpern…). Also warum nicht auch Kleidung gegen die omnipräsente öffentliche Überwachung. Bei der BBC gab es dazu einen schönen kleinen Bericht mit Beispielen: How what you wear can help you avoid surveillance (21.4.2017).

The HyperFace print range features patterns suggesting eyes, noses and mouths to confuse facial recognition algorithms (Credit: Adam Harvey)

 

 

 

 

 

 

 

 

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May 30 2017

teleschirm

Deutsche Supermarktkette analysiert Gesichter von Kunden


orf.at schreibt am 30.05.2017:

In 40 Märkten der deutschen Supermarktkette Real werden die Gesichter von Kunden analysiert. Das Unternehmen Echion testet in den Filialen „eine Blickkontakterfassung von Werbebildschirmen im Kassenbereich“, wie Real heute auf Anfrage mitteilte. Eine über jedem Bildschirm installierte Kamera erkennt alle Blickkontakte und leitet daraus Daten ab. So soll herausgefunden werden, welche Werbefilme gut bei Kunden ankommen.
[...]

Wenn das Digitale in meine Welt eindringt….

Es ist eine Binsenweisheit, dass das Digitale in unsere Welt eindringt und sie vielfach übernimmt, uns zu neuen, anderen Praktiken im Alltag auffordert, gar zwingt, dass viele der Folgen noch nicht absehbar sind, wir andererseits uns aber auch begeistert auf die neuen Möglichkeiten stürzen, die geboten werden. Dass wir manchmal nur Probleme lösen, die wir ohne die Technik nicht gehabt hätten, ist dabei zweitrangig.

Zwei Artikel, die kürzlich erschienen sind, beschäftigen sich mit diesen Konsequenzen und Entwicklungen.

In Privat oder nicht? Wenn das Smartphone mithört fragt die Autorin Anja Christiansen (shz.de 21.5.2017) wie Technik den Alltag verändert und ob wir damit überhaupt umgehen können? Es geht darin vor allem um das Mithören von Gesprächen in der Öffentlichkeit und der veränderten Bedeutung von Privatsphäre.

Sie erwähnt auch Alexa von Amazon, die auch in Adrian Lobes Artikel Trautes Heim (SZ 29.5.2017) die zentrale Rolle spielt. Lobe geht den Weg über das Bild des Gefängnisses, dass mit Alexa, Smartphones und Smarthomes ein grundsätzliche Veränderung erfahren könnte und folgert am Schluss:

Mit dem Smart Home kommt der elektronisch überwachte Hausarrest zu jedermann.

Beide Artikel sind lesenswert!

May 22 2017

Anhörung zu Videokameras

Nun hat auch Brandenburg sich Expertenmeinungen zu BodyCams und Videoüberwachung (ein Protokoll konnte ich nicht finden) eingeholt. In einem Fachgespräch am 11.5. waren 5 von ihnen geladen – einer davon ich selbst. Solche Fachgespräche sind verregelte Gespräche, keine Diskussionen, mit Fragen der Abgeordneten.

Dennoch ist hier und da Widerspruch und so was wie eine Auseinandersetzung auszumachen. Allein der Vertreter von Bosch und seine Jubelarien auf die Technik und was man alles damit verhindern kann waren einen schönen Blick auf die Szenarien, mit denen sich die Hersteller in den Markt und an die Politik und Polizei schmeißen. Die Vertreter der Polizei waren sehr moderat in diesem Gespräch. Eine Art Zusammenfassung gab es in der Märkischen Onlinezeitung vom 11.5.2017.

Das mit den Prozentzahlen und der 99% Wahrscheinlichkeit allerdings haben die Kollegen von der Presse falsch verstanden… Vor dem Hintergrund des nun erlaubten Zugriffs auf Passfotos von überall, gewinnen solche eher unwichtig scheinenden Sitzungen an Bedeutung, denn die Ausweitung der Videoüberwachung ist dann die fehlende Verbindung zu einer auch räumlich sichtbaren Überwachung mit Konsequenzen, nicht zuletzt, da es hier nicht nur um Konsum, sondern auch um die öffentliche Ordnung geht.

May 13 2017

Von Karteikärtchen zu Code

Die Ausgabe 1/2017 des Max Planck Forschung-Magazins widmet sich in einem Schwerpunkt dem Thema Big Data.

Dabei ist insbesondere der Artikel “Daten zum Stapeln” (Autorin: Tina Heidborn, ab S. 26) lesenswert, über die Geschichte der Statistik.

Für Wissenschaftshistoriker ist Big Data kein neues Phänomen. Auch im 18. und 19. Jahrhundert sammelten Wissenschaft und staatliche Stellen enorme Datenmengen. Und schon damals war es eine Herausforderung, sie sinnvoll auszuwerten.

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May 11 2017

Algorithmen, Kommunikation und Gesellschaft

Gerade erschienen bei Kommunikation@Gesellschaft, die Themenausgabe zu “Algorithmen, Kommunikation und Gesellschaft”, herausgegeben von Jan-Hinrik Schmidt, Katharina Kinder-Kurlanda, Christian Stegbauer und Nils Zurawski.

Mit Beiträgen zur Soziologie des Algorithmus; Algorithmische Selektion im Internet; Filterblasen – Ausgangspunkte einer neuen, fremdverschuldeten Unmündigkeit?; „Online-Audiences“Zur Publikumsvermessung im Internet u.a.m.

May 09 2017

Rezension: Doping als Konstruktion

Rezension: zusammen mit   Criminologia-LogoKopie

Marcel Reinhold: Doping als Konstruktion. Eine Kulturgeschichte der Anti-Doping-Politik. 2016 Bielefeld: transcript.

von Marcel Scharf, Köln

Die Dopingthematik scheint in Zeiten von Digitalisierung und zunehmend unkomplizierter Nachrichtenverbreitung ihr bisheriges Hoch erreicht zu haben. Täglich werden neue Nachrichten über positive Dopingfälle, weitere Belege zum systematischen Doping in Russland verbreitet und ein öffentlicher Diskurs über die Zukunft, Einfluss und Finanzierung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sowie der Nationalen-Anti-Doping-Agentur Deutschland (NADA) geführt.

Dass die körperliche Leistungssteigerung mittels technischen Fortschritts in Form pharmakologischer Substanzen seit Menschengedenken aktuell ist und die Anwendung im Sport ein bestehender Fakt ist, wurde historisch oft genug beschrieben. Neu ist hingegen, das ausgewählte Substanzen und medizinische Methoden im Sport verboten, überwacht, kontrolliert und sanktioniert werden. Seit den 1960er Jahren wurden im modernen Sport Praktiken der Überwachung und Kontrolle etabliert und weiter ausgebaut, mit dem Ziel eines „fairen“ und „sauberen“ Sports.

Marcel Reinhold beschäftigt sich in seiner Arbeit Doping als Konstruktion – Eine Kulturgeschichte der Anti-Doping-Politik in sechs Kapiteln aus einer kulturhistorischen Beobachtungsweise im Wesentlichen „um die Bedeutungskonstruktionen, mit denen sportpolitische Akteure Anti-Doping-Politik betrieben haben“ (S. 92) und auf welcher sportpolitischen und naturwissenschaftlichen Basis sich das heutige Kontrollsystem entwickelt hat.

Gewappnet mit Reinholds Beobachtungsbrille wird die Arena des Sports betreten. Hierbei blickt er auf die historischen Ursprünge des Dopingbegriffes und gibt einen ausführlichen Einblick in eine Vielzahl nationaler und internationaler Quellen. Auf Basis ausgewählter Archivquellen werden die heutigen nationalen und internationalen Strukturen der Anti-Doping-Bekämpfung hergeleitet und geben erkenntnisreiche Rückschlüsse über dessen Entwicklung wieder. Neben sportpolitischen Einzelakteuren sind es Organisationen und Systeme, welche die funktionale Ausdifferenzierung des heutigen Doping-Kontroll-Systems und somit die Doping-Bekämpfung nachhaltig geprägt und beeinflusst haben. Die Konstruktion des Kontroll-Systems basiert rückblickend auf der Definition des Dopingbegriffs, welcher in den Anfängen des Sports noch intensional gehalten wurde. Erst durch eine Begriffsextensionalisierung ist es möglich geworden, Doping zu sanktionieren. Denn die pharmakologische Gabe und Einnahme ausgewählter Medikamente zur grenzenlosen und unnatürlichen Leistungssteigerung sollte unterbunden und verhindert werden. Schließlich galt es die Gesundheit der Athleten sowie die Werte des Sports zu schützen, die durch den Einsatz von Doping aufs Spiel gesetzt wurden. Hieraus formte sich eine moralisch-ethisch geführte Kommunikation, welche den anschlussfähigen Weg sportpolitischer und medizinischer Vorhaben und Entscheidungen ebnete. Neben dem Umgang, der Eingrenzung und Bekämpfung von Doping wurden die Grundlagen für die spätere Spezialisierung des Doping-Kontroll-Systems geschaffen. Wobei Athleten eine untergeordnete Rolle spielten und durch freiwillige Vereinbarungen zur Legitimation des Kontrollsystems beitrugen.

Die Implementierung von Analyseverfahren und Verbotslisten wurden in der Sportpolitik als wichtigster Baustein für eine effektive Doping-Bekämpfung kommuniziert und als elementar notwendig eingestuft, damit zielgenaue Sanktionen an den Dopingsündern ansetzen konnten. Alternative Anti-Doping-Strategien (Abschreckung, Verheimlichung, Relativierung, Idealisierung) zeigten im Gegensatz dazu nicht die erhofften Effekte, die Athleten vor Doping abzuhalten und/oder zu schützen. Somit konnte sich die noch anfangs als effektiv eingestufte Doping-Kontrolle und Analytik im Sportsystem etablieren. Denn durch das wissenschaftliche Entdeckungsinstrumentarium mit dem das Dopingkontrolllabor als neutraler Ort der Beweiskonstruktion avancierte, wurde ein intransparenter „Regelbruch dort sichtbar, wo er scheinbar am verlässlichsten festgestellt werden konnte, nämlich tief im Inneren der Athletenkörper.“ (324) Durch eine solch komplexitätsreduzierende und exkludierende Beweiskonstruktion konnte Doping ausschließlich entlang von Analyseergebnisse beschränkt werden. Auch wenn die zu Beginn vermeintlich effektiven Kontrollen nicht lange hielten was sie versprachen, nämlich Doping zu unterbinden, wurde weiterhin an ihnen festgehalten.

Das Fortschrittsversprechen der Dopinganalytik verwies stets darauf, dass das „was gegenwärtig nicht nachweisbar war, würde zukünftig nachweisbar sein.“ (327) Die Weiterentwicklung bzw. Konstruktion eines inzwischen komplexitätsgesteigerten Kontrollsystems, hat die Ausgliederung der WADA mitbegünstigt. Wobei die daraus entstandenen Folgeprobleme etwa in der Ausweitung von Überwachung und Kontrolle ein großes Maß an Unsicherheit mit sich bringt.

Das Überwachung und Kontrolle stets in den Kontext gesellschaftlicher Veränderung eingefasst wurden und werden, ist in einer sozialwissenschaftlichen, aber auch historischen Beobachtung erst einmal nichts Neues (Foucault, 1975). Somit nimmt der Sport und die Ausdifferenzierung bzw. Konstruktion des Doping-Kontroll-Systems im Gegensatz zu anderen Kontroll-Systemen keine historische Sonderstellung ein. Neu ist hingegen die Beobachtung dieser Konstruktion, die augenscheinlich und hauptsächlich durch Politik und Wissenschaft bedingt wurde. Inwieweit Medien, Wirtschaft und allgemein Gesellschaft einen Einfluss auf die Entwicklung und Etablierung eines solchen Kontroll-Systems hatten, bleibt in dieser Arbeit größtenteils unberührt oder wird nur beiläufig beschrieben. Es stellte sich aber die Frage, ob es sich nicht aus einer konstruktivistischen Perspektive anbietet den Blick zu erweitern? Denn sind es nicht die vielfältigen Verknüpfungen, welche die Konstruktion zu dem machen was sie ist?

Die Arbeit wählt in ihrer Beobachtung entgegen traditioneller geschichtswissenschaftlicher Arbeiten keinen atheoretischen Ansatz, dies darf als wissenschaftlicher Mehrwert bezeichnet werden. Wünschenswert wäre hier aber eine stringentere Theoriesprache gewesen, auf die in der Arbeit verzichtet wurde und stattdessen Fakten gekonnt aneinandergeknüpft werden.

Eine Ausweitung der Beobachtung sportpolitischer Kommunikation hätte aus methodischer Perspektive eine weitaus größere Quellensichtung erfordert. Der verwendete Quellenkorpus (i.B. Originalquellen) lässt eine weit- und tiefreichende Auseinandersetzung mit der Thematik erkennen. Aber die Auswahl hätte eben auch anders ausfallen können. Es darf gefragt werden, warum genau diese und nicht andere Quellen verwendet und ausgewertet wurden? Die methodische Herangehensweise gibt hierbei keine direkten Rückschlüsse, wenn von einem „kapitelspezifisch angepasste Analysegerüst“ gesprochen wird, dass sich durch einen „Prozess des Ausprobierens an den Quellen“ auszeichnet. (S. 37) Somit wird der Eindruck erweckt, dass die explorative Herangehensweise willkürlich gewesen sei und auch andere Inhalte hätten präsentiert werden können.

Wenn Theorie und Methodik nicht eindeutig nachvollziehbar scheinen, werden die „Bedeutungsdimensionen“ sportpolitischer Diskurse sowie historischer Fakten und deren Zusammenhänge verständlich aufbereitet. Durchaus handelt es sich um eine gehaltvolle Grundlage, die „im Unterschied zu den naturwissenschaftlichen Teildisziplinen der Sportwissenschaft (…) keine Technologien an[bietet], die sich einfach einsetzen lassen, um Probleme zu lösen und gewünschte Ergebnisse zu erhalten.“ (316) Jedoch werden neue und/oder bereits bekannte Informationen geboten und aufbereitet. Womöglich werden sich Inhalte der Arbeit in zukünftigen Diskursen wiederfinden und weitere Erkenntnisse hervorbringen.

Die dargestellten Fakten geben Rückschlüsse über die Genese und Legitimation einer Anti-Doping-Politik, welche ihren Beitrag zur Konstruktion des Doping-Kontroll-Systems geleistet hat. Die eingesetzten Quellen sind nicht im „Sinne des detektivistischen Aufspührens“ (316) zu verstehen, da es sich vielmehr um eine gelagerte Quellenauswahl handelt. Reinhold trägt dazu bei, den historischen Prozess der Konstruktion von Wirklichkeit und deren erzeugten „Verfremdungseffekte“ bzw. Anschlussfähigkeiten innerhalb eines sportpolitischen Diskurses darzustellen. Hierbei schafft er es, latente „Selbstverständlichkeit und Gewissheiten hinter dem Schleier des Unhinterfragten“ hervorzuholen und „auf diese Weise sichtbar und thematisierbar“ (316) zu machen.

Die Arbeit erfüllt den Zweck ausgewählter Orientierungsinformationen, welche bereits bekannte und bisher unbekannte sportpolitische Zeugnisse und Ereignisse offenlegt, thematisiert und gemeinsam in Anschlag bringt. Für interessierte Leser, die sich mit der Dopingthematik aus einer historisch-sportpolitischen Perspektive auseinandersetzen, sei dieses Werk als Einstiegs- oder Ergänzungsliteratur empfohlen, da durch die Vielzahl von Quellen bekannte Probleme sportpolitisch hinterfragt werden und tendenziell zu einer Komplexitätssteigerung beitragen. Wer auf der Suche nach expliziten Informationen zu Überwachungsstrategien und Kontrollverfahren innerhalb des Doping-Kontroll-Systems ist, wird hier nur in Ansätzen fündig.

Referenz:
Foucault, M. (1975). Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.

Marcel Scharf, Köln

May 08 2017

Neue Forschungsprojekte: PredPol und Polygraph

An der Universität Hamburg gibt es zwei neue Forschungspojekte, die im weiteren und engeren Sinne auch dem Thema Überwachung und Kontrolle zugeordnet werden könne. Beides beschäftigen sich sowohl mit neuen Technologien als auch mit zentralen Fragen von Kontrolle und Vorrauschau.

Eines beschäftigt sich mit Predictive Policing, das zweite mit dem Lügendetektor im weiteren Sinne.

1.  Predictive Policing

Ziel des Projektes ist es zu eruieren, wie sich die Einführung von Technologien zur Vorhersage von Straftaten auf die polizeiliche Praxis und die institutionelle Organisation von Polizeiarbeit auswirkt und inwiefern sich mit diesen Technologien nicht nur das polizeiliche, sondern auch das gesellschaftliche Verständnis von Kriminalität und Gefahren verändert. Die konkrete Forschungsfrage des Projekts lautet demnach: Wie verändern die technisch produzierten Lagebilder die polizeiliche Wahrnehmung von Kriminalität sowie die Struktur polizeilicher Einsätze?

2. Vom Polygrafen zum Hirnscanner

Das Forschungsvorhaben untersucht erstmals aus sozialwissenschaftlicher Perspektive die his­torische Entwicklung, rechtlich-administrative Praxis und sozio-technische (Neu-)Konfiguration der Lügendetektion in Deutschland. Ziel ist es, die mit dieser Technologie verbundenen soziotechnischen Wissens- und Praxiskonfigurationen, bestehend aus einem komplexen Gefüge von Erwartungen, Versprechungen, erfahrungsbezogenen Übersetzungsleistungen und Wissensbeständen, zu analysieren und zu reflektieren.

Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und auch die Zusammenarbeit mit den beiden Kollegeinnen Simon Egbert und Bettina Paul.

Crowdfunding-Aufruf für Kater Demos

Die Zeitschrift Kater Demos ruft zu einer Crowdfunding-Aktion auf – Sie wollen ihr nächstes Heft zum Thema Überwachung damit bezahlen, promoten, publizieren. Gute Inhalte, so weit ich das sehen kann. Vielleicht ist der ein oder andere Euro ja wert, dort investiert zu werden.

Kater Demos schaut in seiner vierten Ausgabe zum Schwerpunktthema “Überwachung” hinter die Fassade unserer überwachten Gesellschaft, um herauszufinden, ob unsere Freiheit zukünftig noch Chancen hat. Und das im Jahr 2017, in dem ausgerechnet Orwells “1984” wieder an die Spitze der Bestsellerlisten kletterte. Seit Snowden wissen wir zwar, dass wir alle anlasslos und massenhaft von Geheimdiensten überwacht werden: Doch hat sich etwas zum Besseren verändert?

May 05 2017

April 10 2017

Surveillance, Privacy and Security

Das Buch ist quasi der Endbericht von mehreren EU-Forschungsprojekten (EU-FP7: PRISMS, SurPRISE und PACT), womit es einen guten Überblick über eine bestimmte Art der Forschung bietet, mit vielen Daten zu Sichtweisen von Bürgern, zu Ethik und Datenschutz, was immer das genau meint sowie auf einer sehr breiten Basis fußt.

Surveillance, Privacy and Security. Citizens’ Perspectives.
Edited by Michael Friedewald, J. Peter Burgess, Johann Cas, Walter Peissl and Rocco Bellanova.

Recent revelations of mass surveillance programmes clearly demonstrate the ever-increasing capabilities of surveillance technologies. The lack of serious reactions to these activities shows that the political will to implement them appears to be an unbroken trend.

This volume examines the relationship between privacy, surveillance and security, and the alleged privacy–security trade-off, focusing on the citizen’s perspective.

Das Buch ist als open access erhältlich im pdf-Format. Das lohnt sich allemal.

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April 06 2017

Was ist Zivilcourage?

Der Frage geht die Journalistin Daniela Remus in ihrer sehr interessanten und gut recherchierten Reportage “Zivilcourage. Der Mut des Bürgers” nach. BR2, 16.3.2017.

Darin stellt sie implizit auch die Frage, ob Zivilcourage nicht manchmal auch in Überwachung abdriften kann, auf der anderen Seite aber durchaus ein Heldentum fördert, dass den Kampf gegen Ungerechtigkeit auf sich nimmt.

http://cdn-storage.br.de/iLCpbHJGNL9zu6i6NL97bmWH_-bf/_-ZS/_Abp5AgP5U1S/170316_0905_radioWissen_Zivilcourage---Der-Mut-des-Buergers.mp3

Überwachung neu denken!?!

Philosophy and Technology, volume 30, Issue 1, March 2017:
Rethinking surveillance: theories, discourses, structures and practices.

Issue Editors: Samantha A. Adams, Nadezhda (Nadya) Purtova.

Auf den ersten Blick in eine paar der Aufsätze (frei erhältlich), sehe ich nicht so viel neues, viel Panopticon und Diskussionszusammenfassung. Aber ein Blick mehr lohnt bestimmt.

http://cdn-storage.br.de/iLCpbHJGNL9zu6i6NL97bmWH_-bf/_-ZS/_Abp5AgP5U1S/170316_0905_radioWissen_Zivilcourage---Der-Mut-des-Buergers.mp3
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April 04 2017

Überwachung in Schleswig-Holstein

Die Arbeit von freiheitsfoo wurde hier im Zusammenhang mit den BodyCam-Anhörungen in Niedersachsen schon mal angesprochen. Nun hat die Gruppe auf ihrem Wiki die Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine der Bürgerrechtsinitiative zur Landtagswahl veröffentlicht, aus denen, so die Piratenpartei im Bundesland, hervor geht, dass nach der Landtagswahl eine verstärkte Überwachung in Schleswig-Holstein geplant ist.

Einen Blick ist diese Arbeit auf jeden Fall wert. Die Idee von Transparenz und Offenheit ist zu begrüßen und passend für diesen Blog.

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teleschirm

April 03 2017

Kameras am Körper und überall…

Was als Seitentechnologie begann, BodyCams, weitet sich immer mehr aus. Nicht überraschen, werden die meisten Leser des Blogs jetzt rufen. Nein ist es nicht. Dennoch einen Blick wert. Dazu sind mir drei Artikel über den Weg gelaufen, die sehr umfassend Problematik, Folgen und Richtung der Ausweitung aufzeigen. Themen dabei sind Kameras nicht nur bei der Polizei, sondern in diesem Fall bei Lehrern einer Schule (irre!); die Verbindung mit Gesichtserkennung (eine Frage der Zeit); sowie die komplette Ausweitung (zu erwarten).

Ava Kofman in the Intercept, 22.3.2017: “Real-time face recognition threatens to turn cops body cameras into surveillance machines.”

Peter J. Walker in the Guardian, 8.2.2017: Two UK schools trial use of police-style bodycams for teachers

The Conversation, 14.3.2017: If surveillance cameras are to be kept in line, the rules will have to keep pace with technology.

Wenn man für die Fußfessel zahlen muss…

In seinem Artikel “Homeward Bound” erzählt der Autor Luke Martinez von seinem Erfahrungen mit der elektronischen Fußfessel. Eine vielsagende, interessante, wenn auch nicht neue, so doch eine Erfahrung aus erster Hand. Der Untertitel zeigt wohin die Reise geht: “With electronic home monitoring, the prisoner pays for her cell and becomes her own prison guard.”

Ultimately, my status as a first-time offender led to a sentence they saw as lenient: 180 days in county jail. Alongside the relief of only having to give up six months to a correctional facility, I was seized by terror. But the court advised me that I was eligible for home monitoring, if I could afford it. When the price (about $400 dollars a month) came up, my parents agreed to help me. I was blissfully unaware that prison had just colonized my home and life. While I was not going to prison, the prison system was still coming to me.

The New Inquiry, 22.3.2017: https://thenewinquiry.com/essays/homeward-bound/

March 20 2017

teleschirm
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