Click here to check if anything new just came in.
February 29 2012
Mit Hirnscans auf Verbrecherjagd?
Bei Deutschlandradio Kultur gibt es ein Interview mit dem Rechtsphilosophen Reinhard Merkel, der meint, dass Verfahren zur Gefahrenprognose bei Straftätern durch Hirnscans möglich.
Reinhard Merkel: “Verfahren könnte in den nächsten zehn Jahren vor Gericht zulässig sein.”
ist das die Zukunft, eventuell Pre-Crime oder ähnliche Träume der Strafverfolger. Was sind die Folgen, wo die Grenzen? Merkel reißt ein paar Dinge an, die Diskussion aber ist es wert weitergeführt zu werden und für das Theme Überwachung und Kontrolle zentral.
August 31 2011
Körperscanner am Flughafen: war wohl nix
Nach zehn Monaten Testlauf und rund 809.000 (un-)freiwilligen Testläuferinnen und -läufern gibt das Bundesinnenministerium bekannt: Körperscanner sind am Flughafen noch nicht einsetzbar. Das klingt doch deutlich anders als noch zu Beginn des Versuchs. Der Spiegel gibt noch ein paar Zahlen und Reaktionen mehr zur Meldung.
July 11 2011
DNA und internationale Datenbanken
Jäger und Sammler. DNA-Sammelwut und internationale Vernetzung polizeilicher Datenbanken
Wann: Mittwoch, 24.8.2011, 19:30 Uhr
Wo: Familiengarten, Oranienstr. 34 / Hofgebäude (U-Bhf. Kottbusser Tor, Bus M 29)
Mit:
- Constanze Kurz (Chaos Computer Club)
- Eric Töpfer (CILIP/Bürgerrechte und Polizei) (angefragt)
- Sönke Hilbrans (Republikanischer Anwaltsverein)
- Uta Wagenmann (Gen-ethisches Netzwerk) und
- Willi Watte
Die ersten DNA-Analysen in der Bundesrepublik 1988 waren noch eine seltene Ausnahme. Heute gehört das Wattestäbchen, mit dem Speichelproben zur DNA-Analyse entnommen werden, zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand der Polizei. Längst geht es dabei nicht mehr nur um Kapitalverbrechen wie Mord oder Vergewaltigung. DNA-Proben werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit entnommen …… Gegen diese biologischen Dimensionen staatlicher Überwachung hat das Gen-ethische Netzwerk (GeN) im Mai eine Kampagne gestartet, und am 26. August wollen wir mit einem Aktionstag auf die europaweite Vernetzung polizeilicher DNA-Datenbanken aufmerksam machen. Um möglichst viele Menschen für den Aktionstag zu mobilisieren, werden wir auf der Veranstaltung umfassend über Formen, Praktiken und Hintergründe polizeilicher DNA-Sammelwut informieren und diskutieren …..
mehr Infos beim Gen-ethischen Netzwerk
June 22 2011
Sensoren, Implantate, Fürsorge
Wo die Fürsorge aufhört und die Überwachung anfängt ist oft schwer zu sagen – das Konzept der Überwachung steht seit jeher in diesem Spannungsfeld. Zwei völlig unabhängige Nachrichten bzw. kleine Geschichten aus der Medizin lassen das wieder anschaulich werden. Das man Implantate (im Sinne von Prothesen) von außen erkennen soll, ist sicherlich hilfreich, wenn es um Notfälle geht – aber auch hier lassen sich mit ein wenig Fantasie die “gewanderten Funktionen” weiterdenken.
Ein anderes Projekt mit dem Titel Guardian Angels (NZZ, 1.6.2011) verfolgt ganz andere Ziele – letztlich geht es aber auch hier um die Kontrolle, sogar der Selbstkontrolle und um die eigene Fürsorge
Herr Hierold, was sind die Ziele des Pro jekts «Guardian Angels»?
Wir möchten Konzepte und Technologien für kommunizierende Netzwerke von winzigen Sensoren erforschen, die Personen sehr unauffällig dabei unterstützen, sich selbst und ihre Umgebung besser wahrzunehmen. Eine typische Anwendung liegt im Bereich des Sports: Die Sensoren könnten Blutdruck, Herzschlag und Bewegung messen und dem Träger darüber Feedback geben. Unser Projekt ist aber auch eine Technologieplattform für das Konzept «Zero Power»: Die Sensoren, die Recheneinheiten und die Bauteile für die Datenübertragung sollen so wenig Energie brauchen, dass sie von kleinen «Energiesammlern» mit Energie aus der Umwelt versorgt werden können – aus Bewegungen, Temperaturunterschieden und elektromagnetischer Strahlung, zum Beispiel Licht. Das System soll also ohne externe Energiequellen auskommen.
Was immer man von Doping, den Kontrollen und den durchaus vorhandenen Schwierigkeiten im Hinblick auf die Freiheiten der Sportler hält – hier böten sich aber in der Tat ganz neue Möglichkeiten der Überwachung. Eine Lösung für eine schwieriges Problem – auch weil beim Doping im System Leistungssport nicht immer klar ist, ob es tatsächlich verfolgt oder manchmal auch geduldet wird?
April 04 2011
Wie wir vom Kopf auf den Charakter schließen…
Die VW-Stiftung fördert ein sehr interessantes Projekt – SchädelBasisWissen (Hamburger Abendblatt vom 2.4.2011). Das Projekt hat im historischen Sinn durchaus etwas mit dem Thema des Blogs zu tun – denn es setzt sich kritisch mit den Vorstellungen physischer Eigenschaften im Hinblick auf die Bewertung von Menschen auseinander – im O-Ton der Ankündigung auf den Seiten der VW-Stiftung:
Welche kulturellen, medizinhistorischen und wissenschaftlichen Einflüsse haben unsere Vorstellung vom „wohlgeformten“ Schädel geprägt? Worin liegen die impliziten Verknüpfungen zwischen der Schädelform und den persönlichen Charaktereigenschaften eines Menschen begründet?
In Zusammenarbeit mit Medizinethnologen und Kunsthistorikern arbeiten Prof. Dr. Dr. h.c. Sigrid Weigel, Direktorin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin, und der Neurochirurg PD Dr. Ernst-Johannes Haberl, Charité – Universitätsmedizin Berlin, am Beispiel der Schädelkorrektur bei Kleinkindern das historisch verankerte Wissen auf, das in unseren Vorstellungen über ein angenehmes Erscheinungsbild fortwirkt, ohne jedoch in der medizinischen Praxis reflektiert zu werden.
Ich konnte noch keine Projekt-Webseite finden – aber das kommt bestimmt auch noch. Für alle, die sich für Körpervermessung, Rassenklassifizierung usw. interessieren, dürfte das Projekt neue Erkenntnisse bringen. Was genau dabei rauskommt sollten wir uns dann mal genauer anschauen. Den Ansatz finde ich auf jeden Fall erst einmal interessant und wichtig.
March 14 2011
Radio: Datenkauf und Fingerabdrücke
Auf BBC Radio gibt es zwei interessante Beiträge zu den Themen Verkauf von Daten sowie eine Untersuchung von Fingerabdrücken.
Das Programm zu den Daten bringt nicht so viel Neues (Start bei ca. 13:45), ist aber interssant zu hören.
Die Sendung zu den Fingerabdrücken wagt einen historisch-kritischen Blick auf die Technik, die mittlerweile gut 100 Jahr alt und in Gebrauch ist. Die Frage der Sendung ist: Sind Fingerabdrücke wirlich so einmalig und wertvoll wie immer behauptet wird.
February 26 2011
nochmal: Falsch-Positive
Erst kürzlich habe ich hier ein paar Bemerkungen zu den Falsch-Positiven beim Profiling an Flughäfen geschrieben. Nun eine kleine Ergänzung: Ein Artikel im Economist Clever hounds (15.2.2010) berichtet von einem Experiment des menschlichen Einflusses auf die Ergebnisse von Drogensuchhunden – der offenbar groß ist. Das Ergebnis sind Falsch-Positive. Das Experiment ist interessant und wissenschaftlich veröffentlicht (-> Animal Cognition). Das Ergebnis und die Konsequenzen werden offen gehalten – was wohl auch vernünftig ist.
How much that matters in the real world is unclear. But it might. If a handler, for example, unconsciously “profiled” people being sniffed by a drug- or explosive-detecting dog at an airport, false positives could abound. That is not only bad for innocent travellers, but might distract the team from catching the guilty. Handlers’ expectations may be stopping sniffer dogs doing their jobs properly.
February 11 2011
Vorträge zu Grenzen in Europa
Ende Oktober 2010 fand in Paris ein Symposium zum Thema European Boundaries of Humanity statt – die Vorträge wurden aufgezeichnet (Audio) und können dort runtergeladen werden. Da ist einiges Interessantes dabei.
October 27 2010
Der neue Personalausweis
Es gibt wahrscheinlich jede Menge zum neuen “Perso”, der demnächst eingeführt wird – hier als Anfang einmal die technischen Hintergründe und Argumente bei der c’t und dem DeutschlandFunk. Die Kritik ist riesig und der tatsächliche Nutzen wird sich erst noch zeigen – auch und gerade im Hinblick auf die kommerziellen Anwendungen. Mehr dazu wenn es anfällt.
September 27 2010
Öffentliche Vorlesungsreihe: Biometrie
An der Universität Hamburg gibt es in diesem Wintersemester eine öffentliche Ringvorlesung zum Thema Biometrie und Biopolitik mit interessanten Gästen. Aus der Ankündigung der Veranstalter:
Ein „polizeistaatlicher“ Zugriff auf digitale Technologien der biometrischen Datenspeicherung und -verarbeitung ist gegenwärtig in der öffentlichen Debatte zwar als Option präsent, die Aufmerksamkeit richtet sich dabei jedoch nur in geringem Maße auf die fortgeschrittene Anwendung solcher Informationstechnologien im Bereich der europäischen Grenzkontrolle. Wir möchten den Einsatz von biometrischen Grenztechnologien in der Rekonstitutierung des europäischen Grenzregimes interdisziplinär diskutieren und die Effekte neuartiger postnationaler und zugleich deterritorialisierter Konturen einer digitalisierten Form der Grenze untersuchen (Gesamtes Programm)
Beginn ist der 25.10.2010: Biometrie und Biopolitik. Eine Einführung von Thomas Lemke, Frankfurt a.M.
- 15.11.2010 - Biometrie und Akteur-Network-Theorie, Andrea Knaut, Berlin
- 29.11.2010 – Die Grenze als Methode, Sandro Mezzadra, Bologna
- 13.12.2010 – Datenkörper und die Kontrolle der Körper, Sebastian Sierra Barra Frankfurt a. M. & Michael Willenbücher, Berlin
- 10.01.2011 – Überwachen und Modulieren. Dietmar Kammerer, Berlin
- 24.01.2011 – Das europäische biometrische Komplex, Christoph Busch, Darmstadt
- 07.02.2011 – Digitale Erfassung und Datensouveränität. Constanze Kurz, Berlin
August 04 2010
Maßgeschneiderte Werbung
Ist zwar schon zwei Wochen her, aber deshalb nicht irrelevant – ein Radioprogramm der BBC (bei ca. 27.00 Min), das sich mit Sky TV und deren Werbestrategien beschäftigt. In diesem Falle geht es um das, was man unter Geo-Marketing versteht:
“Sky already uses the information they hold about customers to determine the adverts they see when watching TV online but now they want to extend this to some of their TV channels. So what you get in an ad break will be determined by your post code, subscription package and other data they hold about you”.
in diesem Zusammenhang ist auch ein Bericht von n-tv interessant, der von Werbung berichtet, die erkennen kann, wer vorbei geht und sich entsprechend auf den Kunden dann einstellt – so eine Szene gab es auch in dem Spielberg Film “Minority Report”. Hinter der Forschung steht in diesem Fall das Institut für Anthropomatik in Karlsruhe.
May 14 2010
Conference: Risky profiles: Societal dimensions of forensic uses of DNA analysis
Goethe University Frankfurt am Main, 2-3 July 2010
Registration is free, but places are limited; please contact Barbara Prainsack at prainsack@soz.uni-frankfurt.de by 15 June 2010 at the latest.
Forensic uses of DNA technologies have become crucial elements of national systems of criminal justice. In addition, as a result of growing transnational mobility and the global use of information and communication technologies crime and crime prevention issues are increasingly addressed by agencies and policy actors beyond the national state. In the European context, the so-called Prüm regime obliges law enforcement authorities in all EU countries to render their forensic DNA databases searchable for other member states by 2011 (at a match/no match basis). This also means that countries which do not yet have centralized forensic DNA databases need to establish them by that date. In sum, the importance of forensic DNA databasing will continue to increase in the political and public arenas across Europe.
While the legal and criminological implications of forensic and police uses of DNA analysis and databasing have received ample attention in the last decade, their societal dimensions have not been systematically explored. Social science projects in this field are relatively scarce, and there is virtually no comparative social science research on this topic across countries. Our workshop aims to fill this gap: Social scientists who pioneer(ed) work in this field will present their research projects and engage in a dialogue with an eminent molecular biologist in Portugal, António Amorim. A concluding round table discussion will be dedicated to explicating current challenges faced by social science research in the field of forensic DNA profiling and datatabasing.
Programme
2 July:
- 14.00 Welcome and introduction by workshop organisers (Thomas Lemke and Barbara Prainsack)
- 14.30 Robin Williams, Northumbria University Centre for Forensic Science, UK: Forensic DNA Profiling: Policy, Evidence and Practice
- 15.30 Corinna Kruse, University of Linköping, Sweden: In the Absence of an Absolute Truth – Forensic Evidence in Swedish Criminal Justice
- 16.30 Coffee break
- 17.00 Victor Toom, University of Amsterdam, the Netherlands: Truth for Sale?
- 18.00 Evening lecture (+ discussion): António Amorim, Institute of Pathology and Molecular Immunology (IPATIMUP), and Faculty of Sciences, University of Porto, Portugal: Forensic geneticists and sociologists: Can we talk?
3 July:
- 9.00 Johanne Yttri Dahl, Norwegian University of Science and Technology (NTNU), Trondheim, Norway: DNA – the Nor-way: black boxing the evidence and monopolizing the key
- 10.00 Helena Machado, Institute of Sociology, University of Minho, Portugal: Prisoners’ views on forensic DNA technologies
- 11.00 Coffee Break
- 11.30 Round table: Challenges to social science research in the field forensic DNA profiling and databasing (chair: Thomas Lemke and Barbara Prainsack, participants: invited speakers, and Reinhard Kreissl, Institute for the Sociology of Law and Criminology, Vienna, Austria)
- 12.30 Lunch and end of workshop
The workshop is organised by Thomas Lemke (Goethe University Frankfurt am Main) and Barbara Prainsack (King’s College London). It will take place at the Campus Westend of the Goethe University, Frankfurt am Main, 2-3 July 2010. The workshop is funded by the German Academic Exchange Service.
April 05 2010
Tarnung gegen Gesichtserkennung
Hier gibt es ein paar Schminktipps um sich gegen Gesichtsmustererkennungsgeräte zu tarnen.
Und es finden sich noch mehr interessante Designspielereien und anders zum Thema Biometrie, Gesichtserkennung usw dort.
(Dank an Torin Monahan für diesen Hinweis)
March 11 2010
Überwachung als Wahlkampf-Thema in GB
Labour versucht die Tories als weiche Wachlappen darzustellen, wenn es um die Sicherheit des Landes geht – vor allem hinsichtlich der Verfolgung von Krimnalität.
http://www.labour.org.uk/take-a-long-hard-look-at-the-tories-on-crime-johnson
February 17 2010
Biometrische Theaterinstallation
ID – Eine biometrische Theaterinstallation
Bewußt und unbewußt hinterlassen wir permanent Datenspuren und werden von elektronischen Systemen identifiziert. Die technischen Geräte werden dabei immer raffinierter. Gesichtserkennungssoftware, Fingerabdruck, Iris- und Nacktscanner erfassen die Merkmale, und Daten, die dem Prüfsystem beglaubigen sollen, daß wir nun wirklich die sind, die wir sind und darstellen. Lukas Bangerter versucht mit dem neuen PLASMA Projekt 13 formal die Überlagerung von Installation/Environment mit der klassischen Frontal-Bühne.
Premiere: 04.03.2010, Theaterhaus Zürich
February 01 2010
Künstliche Aufregung – unsinnge Überwachung?
Zeitungen und Fernsehen waren ganz nervös und witterten den nächsten großen Skandal – Funkkameras können angezapft werden! Ja, und? fragt sich der Bürger, Wissenschaftler oder Aktivist – davon reden wir seit Jahren – der Missbrauch lauert überall.
Ilka Kreutzträger hat es für die taz noch mal auf den Punkt gebracht. Ein Skandal ist nicht zu sehen – wohl aber jede Menge Dumm- und Frechheit.
Ähnlich kann man auch die Nutzung von Fingerabdruckscanner für die Anwesenheitskontrolle bei Gottesdiensten in einer polnischen Kirche sehen. Wenn es geht, wird es auch gemacht. Und wenn keine Regelungen gegen unsinnige und flächendeckende ANwendungen solcher Techiken existieren, kommen auch Kirchenleute auf komische Ideen – auch Gott sieht nicht alles, oder was ist die Überlegung dahinter? Dabei sind die Kirchen ohnehin voll in Polen, warum also diese Aufregeung? Es zeigt aber dass noch lange nicht alle Räume und Situationen überwacht werden, die man überwachen könnte.
February 04 2009
Neue Ziele für die Biometrie
heise online - 21.01.09 - omnicardMaybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
