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March 26 2012

Erlebnisbericht vom Doping-Meldesystem

Der Sportjournalist Tom Fordyce von der BBC hat im Selbstversuch die neue Version von ADAMS getestet – Inside the new anti-doping system. Der Bericht zeigt die Unvollkommenheit des Systems, die Missverständnisse, die auftreten können und damit auch die Schwierigkeiten, die sich aus dieser Art der Kontrolle & Überwachung ergeben können.

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February 04 2012

Soziale Bewegungen im digitalen Tsunami

Heute fand in Berlin die kleine Konferenz “Soziale Bewegungen im digitalen Tsunami” statt. Gedacht auch als Mobilisierungsveranstaltung gegen den Berliner Polizeikongress, die jährliche Berliner “Sicherheit”sbörse, war er doch eher eine Informationsveranstaltung über den Umgang von Polizei und anderen Behörden mit den neuen technischen Möglichkeiten der Überwachung (insbesondere Handy und Internet) sowie eine Suche nach Möglichkeiten für Abwehr, Selbstschutz und Stärkung von Bürger_innenrechten.
Allgemeine Charakteristika solcher Veranstaltungen gab es auch hier zuhauf, nicht zuletzt viel Arbeiten mit einer Hermeneutik des Verdachts, die sich aber zwingend aus dem Themenbereich ergibt. Denn verfügbar für die Analyse des Protest-Policings sind viele Themenpapiere, Rahmenbeschlüsse, Wissen um angestrebte und z.T. realisierbare und z.T. realisierte Erkundungstechnologien und oft krasse Einzelerfahrungen. Systematisch gesammelte und umfassende Informationen, bspw. über technische Algorithmen und polizeiliche Auswertungspraxis bei großen Datensammlungen wie jüngst beim Dresdner Abhörskandal, sind kaum zugänglich. Auch dies mag am Ende mit dazu beigetragen haben, dass die anwesenden (kapitalismus- und staatskritischen, autonomen) Linken und eher Liberalen (bspw. AK Vorrat, Thilo Weichert) nicht recht eine gemeinsame Sprache finden konnten. Interessant auch die (fast) entlang der gleichen Konfliktlinie verlaufende Spaltung zwischen Befürworter_innen eher technischer (technokratischer? nerdiger?) und eher politischer Gegenstrategien. Auch wenn das einen etwas ratlos zurücklassen kann, lohnt sich doch ein ‘Blick’ in die Audiodokumentation und die teils sehr lustig kommentierenden Tweets.

October 13 2011

Datenkraken und Verhaltensdaten

Am Samstag, den 15. Oktober ist die Sendung Breitband auf dradio dem Thema Überwachung, Trojaner, Zukunft der Überwachung und ähnlichem gewidmet.

Datenkraken und Verhaltensdaten, live auf DeutschlandRadio Kultur um 14.00 Uhr – danach im Netz.

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September 29 2011

Ringvorlesung zu Konsum und Kontrolle

Im Wintersemester 2011-12 veranstalte ich eine Ringvorlesung zum Thema Konsum, Shopping, Alltag und Kontolle.

Die Ringvorlesung findet im Rahmen des Allgemeine Vorlesungswesens der Uni Hamburg statt – sie ist öffentlich und alle sind herzlich eingeladen teilzunehmen.

Ort: Hörsaal K, Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee

Beginn: 20.10.2011 – 14-tägig

Das Programm:

20.10. 2011 Einführung: Konsum, Kontrolle und Alltagspraktiken

  • Dr. Nils Zurawski, Institut für kriminologische Sozialforschung, Universität Hamburg
  • –>> 1.11.2011 – in ESA West, Raum 220 Konsum und moderne Gesellschaft
    PD Dr. Kai-Uwe Hellmann, Institut für Soziologie, Helmut-Schmdit-Universität, Hamburg
  • 17.11.2011 Ware Nähe. Ein kulturwissenschaftlicher Gang auf dem Wochenmarkt
    Prof. Dr. Sabine Kienitz, Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie, Universität Hamburg
  • 1.12.2011 Der gläserne Konsument
    Evelyn Seiffert, Hamburgischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit
  • 12.01.2012 Klasse verbraucht. Elite und Konsum aus ethnographischer Perspektive
    PD Dr. Julia Pauli, Institut für Ethnologie, Universität Hamburg
  • 26.01.2012 Überwachung als Konsum / Konsum der Überwachung
    Dr. Nils Zurawski

September 19 2011

Piratenerfolg

Es wirkt fast irreal. Mit 8,9% der Stimmen ziehen die Piraten ins Berliner Abgeordnetenhaus. Die voraussichtlich 14 Mandate können sie mit ihrer 15 Personen umfassenden Liste gerade so auffüllen.
Ein Bundestrend ist das sicherlich nicht. Auffällig ist nämlich ein Spezifikum der Berliner Piratenpartei. Mehr als andere Gliederungen der Organisation in der Vergangenheit hat sie mit mehr als ihren ureigenen Themen punkten können. Es ging also nicht nur um freien Netzzugang, Gegnerschaft gegen Onlineüberwachung oder gegen Überwachung im allgemeinen. Vielmehr haben zumindest die Berliner Piraten den ersten Schritt aus der Single-Issue-Ecke gewagt und Zustimmung auch mit anderen Themen erzielt. Auch wenn sie niemand so recht ernst nimmt – besonders die anderen Parteien und diverse Medienkommentare üben sich doch in einer recht paternalistischen Attitüde – “wilderten” sie erfolgreich mit verschiedenen Fragen im Bereich der libertären Linken. Auf ihrer Agenda standen auch Grundeinkommen, Stopp der Privatisierungspolitik, Wahlrechtsausweitung, Transparenz und Ausweitung demokratischer Mitbestimmung. Nun heißt es gespannt sein, wie sie ihre abstrakten Forderungen in konkrete politische Projekte umsetzen.

September 14 2011

Schlechte Argumente gegen die E-Card

Auf der Demo “Freiheit statt Angst” waren sie wieder mit dabei: die Kritiker_innen der Elektronischen Gesundheitskarte. Die Argumente werden aber langsam immer schlechter. Auf ihrem Flugblatt nennen sie drei:

1) Es werde nicht geprüft, ob das eingesandte Foto echt ist. Fordert man also noch “bessere” Kontrolle?

2) Die Geräte seien meist nicht mit desinfizierbarer Folie ausgestattet, deshalb könne man sich an den Tasten mit Krankheiten anstecken. Seuchen durch Kartenterminals?

3) Nur sehr, sehr kurz und knapp wird schließlich vor den riesigen Datenschutzproblemen der Telematikinfrastruktur und ihren sinnlosen Kosten gewarnt.

Das wurde sowohl von den Aktivist_innen als auch aus wissenschaftlicher Sicht schon besser gemacht. Zu letzterem: Decker, O. & Grave, T.
Überwacht oder überwach? Elektronische Gesundheitskarte und Patientenakte. Leviathan. Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaften 38, 191-209

July 11 2011

DNA und internationale Datenbanken

Jäger und Sammler. DNA-Sammelwut und internationale Vernetzung polizeilicher Datenbanken

Wann: Mittwoch, 24.8.2011, 19:30 Uhr
Wo: Familiengarten, Oranienstr. 34 / Hofgebäude (U-Bhf. Kottbusser Tor, Bus M 29)

Mit:

  • Constanze Kurz (Chaos Computer Club)
  • Eric Töpfer (CILIP/Bürgerrechte und Polizei) (angefragt)
  • Sönke Hilbrans (Republikanischer Anwaltsverein)
  • Uta Wagenmann (Gen-ethisches Netzwerk) und
  • Willi Watte

Die ersten DNA-Analysen in der Bundesrepublik 1988 waren noch eine seltene Ausnahme. Heute gehört das Wattestäbchen, mit dem Speichelproben zur DNA-Analyse entnommen werden, zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand der Polizei. Längst geht es dabei nicht mehr nur um Kapitalverbrechen wie Mord oder Vergewaltigung. DNA-Proben werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit entnommen ……  Gegen diese biologischen Dimensionen staatlicher Überwachung hat das Gen-ethische Netzwerk (GeN) im Mai eine Kampagne gestartet, und am 26. August wollen wir mit einem Aktionstag auf die europaweite Vernetzung polizeilicher DNA-Datenbanken aufmerksam machen. Um möglichst viele Menschen für den Aktionstag zu mobilisieren, werden wir auf der Veranstaltung umfassend über Formen, Praktiken und Hintergründe polizeilicher DNA-Sammelwut informieren und diskutieren …..

mehr Infos beim Gen-ethischen Netzwerk

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Forschung zu Vorratsdatenspeicherung

Die Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) der Universität Kassel und des Instituts für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken, veranstalten eine Abschlusstagung des gemeinsamen Forschungsprojekts “Interessenausgleich im Rahmen der VorratsDatenSpeicherung (InVoDaS)”.

Ort & Zeit: Die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung findet am 7.9.2011 im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt untersucht unter der Leitung von Prof. Dr. A. Roßnagel mittels eines Rechtsvergleichs und einer verfassungsrechtlichen Analyse, wie ein optimierter Ausgleich der Interessen im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung erzielt werden kann.

Die Einzelheiten zum Programm und zur Konzeption der Veranstaltung sowie zum Anmeldeverfahren können auf der Webseite eingesehen werden.

July 06 2011

Überwachung: Geschäft ist Geschäft

Cisco und China gemeinsam gegen … nun ja … “crime”?

Western companies including Cisco Systems Inc. are poised to help build an ambitious new surveillance project in China—a citywide network of as many as 500,000 cameras that officials say will prevent crime but that human-rights advocates warn could target political dissent.

(Quelle: WSJ)

June 27 2011

Studie zur Datenschutz-Gesetzgebung in Europa

Aus dem  ESRC Projekt “Coping with innovation: The political regulation of personal information in comparative perspective” des Kollegen Andreas Busch von der Uni Göttingen  gibt es nun die Ergebnisse online.

Direkter Link zum Report der Studie.

June 26 2011

Privatsphäre, Fussballer und die Klatschpresse

Das Plakat habe ich von einem Kollegen aus Schottland – ein schönes Spiel mit dem Spielberg-Film anlässlich eines aktuellen Falles (Ende Mai) eines Streits um Privatsphäre im Informationszeitalter. Es geht um den Fussballer Ryan Giggs und eine Sternchen aus dem englischen Big Brother Container.

Konkret geht es um die Verletzung einer Anordnung (Super Injunction), die es der Presse verbat die Namen der in die Affäre verstrickten Promis zu nennen. Dann hat es einer doch getan und jetzt geht es um die Klärung wie es um den Schutz der Privatsphäre steht und ob man der Presse auf diese Weise den Mund verbieten darf.

Hier eine paar Artikel, die den Hintergrund erklären – für die, die den Fall nicht aktuell verfolgt haben

Ryan Giggs named by MP over injunction, 23.5.2011, Guardian

Ryan Giggs launches legal action over News of the World phone hacking, 15.6 .2011, Guardian

Twitter gibt Account-Daten an britische Behördenm 30.5.2011, Heise News

 

 

 

Tags: Datenschutz

June 19 2011

The Digital Persona & Data Surveillance

Zwar ein älterer Text – aber durchaus lesenswert und vielleicht etwas für Leute, die Grundlegendes suchen oder historisch arbeiten. Gute Argumente gibt es nicht erst seitdem Überwachung zum zentralen Thema unserer Zeit geworden ist.

The Digital Persona  and its Application to Data Surveillance von Roger Clarke (aus: The Information Society 10,2 June 1994)

The digital persona is a model of the individual established through the collection, storage and analysis of data about that person. It is a very useful and even necessary concept for developing an understanding of the behaviour of the new, networked world. This paper introduces the notion, traces its origins and provides examples of its application. It is suggested that an understanding of many aspects of network behaviour will be enabled or enhanced by using the notion.
The digital persona is also a potentially threatening, demeaning, and perhaps socially dangerous phenomenon. One area in which its more threatening aspects require consideration is in data surveillance, the monitoring of people through their data. Data surveillance provides an economically efficient means of exercising control over the behaviour of individuals and societies. The manner in which the digital persona contributes to an understanding of particular dataveillance techniques such as computer matching and profiling is discussed, and risks inherent in monitoring of digital personae are outlined.

June 07 2011

Noch ein EU Projekt zu Datenschutz und Überwachung

Manchmal scheint es, als wäre Forschung zu Überwachung nur noch durch die anwendungsbezogenen Programme des BMBF und der EU möglich. Das wäre in der Tat schade und kontraproduktiv – wenn es sich denn darauf beschränken würde. Hier ist ein weiteres interessanes Projekt, welches gerade gestartet wurde: SAPIENT.

“If ‘collective security’ demands the surveillance of all movements and all telecommunications and collecting the fingerprints and DNA of everyone living in the EU, there can be no individual freedom, except that sanctioned by the state,” says Michael Friedewald, head of the ICT research unit at the Fraunhofer Institute for Systems and Innovation Research (ISI) and co-ordinator of the project. “EU policy should not foster the gradual move towards a surveillance society. We recommend that before public or private sector organisations adopt any new surveillance system, they should perform a technology and privacy impact assessment of the proposed  system.”

Mehr Infos findet man sicherlich auf den Seiten des Fraunhofer ISI Instituts.

Ob dieses Projekt tatsächlich dazu führt über Technologien anders nachzudenken, bleibt abzuwarten. Ohne den politischen Willen zur Implementierung solcher Verfahren in Gesetze, bleibt alles wirkungslos. Was tatsächlich fehlt ist mehr grundlegende Forschung zu Fragen von Überwachung und Kontrolle in unseren Gesellschaften, zum Umgang mit Technik, zur Ideologie der ewige Un/Sicherheit sowie zum Zweck und den oft auch nicht erklärten Zielen politischer Maßnahmen, jenseits von Datenschutz und Privatsphäre. Denn die Surveillance Studies, wenn wir denn davon reden wollen, haben mehr zu bieten als darauf zugespitzte Fragen.

June 02 2011

Den Frosch verjagen!

Richtigstellung (I): Eine der beliebtesten und hartnäckigsten Redewendungen in der Diskussion um Datenschutz, Bürgerrechte, Überwachung usw. ist bekanntlich die vom Frosch, der im langsam erhitzten Kochtopf zu Tode kommt, ohne sich zu wehren (d.h. aus dem Topf zu springen). Damit soll irgendwie zum Ausdruck gebracht werden, dass quasi hinter unserem Rücken sich gewisse Vorgänge abspielen, miteinander verbinden und gegenseitig verstärken, die im Ganzen eines unschönen Morgens dazu führen, dass wir in einer Überwachungsgesellschaft aufwachen, in der eh alles schon zu spät ist.

Abgesehen davon, dass das Bild zur Beschreibung des heutigen Zustandes wenig taugt – Wohin denn würde ein datenschutzbewusster Frosch heute springen wollen? Wo liegt das sichere Jenseits der Überwachung? -, und wir uns das arme Tier eher in der Mitte eines kochenden Swimming Pools vorstellen müssten, ist es zoologisch schlicht Unsinn. In Wirklichkeit ergreift ein Frosch schon ab einer Temperatur von 40° C die Flucht – sofern ein Deckel ihn nicht daran hindert.

Eigentlich interessant ist die Frage, warum Datenschützer, die sich ja auch als Bürgerrechtler verstehen, die Bürgerin oder den Bürger offenbar zwanghaft mit Fröschen vergleichen (oder sogar gleichsetzen?), die auch noch dümmer sind als echte Frösche. Meiner Meinung nach ist diese Redeweise vor allem Indiz einer (uneingestandenen) Überheblichkeit der »wissenden« Datenschützer/Aktivisten gegenüber der »dämlichen« Bevölkerung. Dieser Frosch sollte schleunigst aus der Diskussion verschwinden.

May 09 2011

Sony und der Daten-GAU

Die dpa hat in der vergangenen Woche ein Stück zum Sony Daten-GAU gemacht.Anlass war ein Umfrage zur Un/Sicherheit der Konsumenten im Umgang mit ihren Daten. U.a. zu lesen beim Stern - Online-Shopper bleiben gelassen – , aber auch vielen anderen Publkationen, die den Artikel von der dpa genommen haben. Der Kollege Kai-Uwe Hellmann, Konsumsoziologe und ich selbst kommen auch zu Wort.

March 22 2011

Überveillance, mal wieder

Von den australischen Kollegen, die uns den diskussionswürdigen Begriff “Überveillance” gebracht haben, gibt es auf deren Blog ein paar interessante Videos von des ISTAS-Syposiums der IEEE in Australien vom Juni 2010. Dort werden durchaus interessante Fragen diskutiert. Der Knaller ist das erste Video – mit dem Titel “Birth of a Word” – welches eine Form der Selbstüberwachung dokumentiert, mit dem Ziel die eigene Erinnerung festzuhalten und jederzeit abrufen zu können. Ich frage mich, ob die Leute nie Gäste haben, oder ob letzteren bewusst war, dass sie Teil einer Privatobsession waren, die ich befremdlich finde …. aber es geht noch weit darüber hinaus…

Hooligans in elektronischen Fußfesseln

Das von mir sehr geschätzte WDR Magazin Sport Inside hatte am Montag (21.3.2011) einen Bericht zu polnischen Hooligans angesichts der 2012 bevorstehenden Europameisterschaft gebracht. U.a. so berichtet Sport Inside, gibt es Überlegungen, den Hooligans oder als solchen identifizierten Fans elektronische Hand und Fußfesseln anzulegen, um sie zu orten. Das ich Fußball-Fans und viele Aspekte der Fankultur für problematisch halte ist kein Geheimnis, insbesondere wenn es um die Gewalt geht, die sich das Feld Fußball als Arena ausgesucht hat. Aus meiner ambivalenten Einstellung zum großen Theater Fußball mache ich kein Hehl – dennoch gibt es hier Entwicklungen, die unschön sind, da sie generell bestimmte Persönlichkeitsrechte zur Debatte stellen, die zu anderen Zeiten andere Gruppen treffen könnte. Eine Diskussion sollte das allemal wert sein – auch wenn mein Verständnis für die Hooligans gegen null geht.

March 14 2011

Working paper: Regulation of privacy

Etwas zur Lektüre: The Regulation of Privacy von Andreas Busch, in: Jerusalem Working Papers on Regulation & Governance series. JPRG Paper No. 26, September 2010.

Radio: Datenkauf und Fingerabdrücke

Auf BBC Radio gibt es zwei interessante Beiträge zu den Themen Verkauf von Daten sowie eine Untersuchung von Fingerabdrücken.

Das Programm zu den Daten bringt nicht so viel Neues (Start bei ca. 13:45), ist aber interssant zu hören.

Die Sendung zu den Fingerabdrücken wagt einen historisch-kritischen Blick auf die Technik, die mittlerweile gut 100 Jahr alt und in Gebrauch ist. Die Frage der Sendung ist: Sind Fingerabdrücke wirlich so einmalig und wertvoll wie immer behauptet wird.

Anwesenheitskontrolle bei Medizinern in Münster

Ich wusste es ja immer schon, dass meine Almer mater zu den fortschrittlichsten gehörte – und nun bestätigt sich das mal wieder. Seit einem Jahr prüft die medizinische Fakultät die Anwesenheit ihrer Studierenden per Chipkarte ( aus: Westfalen heute). Ich fand die Nachricht in einem kleinen Unimagazin. Eine Recherche ergab, dass es kaum negatives darüber im Netz gab, keine Kritik wegen möglichem Datenfraß oder gefährdetem Datenschutz. Das System heipt ELAn und wird durchaus positik besprochen. Eines der Hauptargumente ist, dass die Karte für mehr Flexibilität im verschulten Studium der Medizin sorgt – Mehr Freitheit für den Stundenplan.

In der Münsterschen Zeitung gibt es einen Artikel, in dem wenigstens das Wort “1984″ einmal vorkommt – aber nur um es gleich zu entkräften, denn der Datenschutz sei besonders streng, so die Fakultät in dem Bericht.

Ich selbst kann weder das Medizinstudium beurteilen, noch weiß ich mehr über diese Karte – es sollte mich aber wundern, wenn alles so harmlos und einfach ist, wie es dort geschildert wird. Und das Argument, es helfe doch den Studierenden und auch den Dozenten, mag richtig sein. Nicht alles was Kontrolle und Überwachung ist, ist die Erfindung böser Mächte, sondern manchmal schlicht den Verwaltungsanforderungen von Behörden (hier: Uni und Studium) oder den Ideen von Unternehmen geschuldet. Ein genauer Blick darauf sollte sich dennoch lohnen. Wenn also jemand etwas mehr weiß – nur raus damit.

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