Click here to check if anything new just came in.
February 08 2012
Who is who der Surveillance Industrie
Privacy International hat eine Liste oder eine ganze Webseite mit interaktiver Karte zur Überwachungsindustrie veröffentlicht. Ob es mehr als nur ein statistisches Gimmick ist, müsste ich erst noch rausfinden. Aber ich denke es ist durchaus hilfreich und informativ und auf den ersten Blick eine sehr gute Sammlung.
February 04 2012
Soziale Bewegungen im digitalen Tsunami
Heute fand in Berlin die kleine Konferenz “Soziale Bewegungen im digitalen Tsunami” statt. Gedacht auch als Mobilisierungsveranstaltung gegen den Berliner Polizeikongress, die jährliche Berliner “Sicherheit”sbörse, war er doch eher eine Informationsveranstaltung über den Umgang von Polizei und anderen Behörden mit den neuen technischen Möglichkeiten der Überwachung (insbesondere Handy und Internet) sowie eine Suche nach Möglichkeiten für Abwehr, Selbstschutz und Stärkung von Bürger_innenrechten.
Allgemeine Charakteristika solcher Veranstaltungen gab es auch hier zuhauf, nicht zuletzt viel Arbeiten mit einer Hermeneutik des Verdachts, die sich aber zwingend aus dem Themenbereich ergibt. Denn verfügbar für die Analyse des Protest-Policings sind viele Themenpapiere, Rahmenbeschlüsse, Wissen um angestrebte und z.T. realisierbare und z.T. realisierte Erkundungstechnologien und oft krasse Einzelerfahrungen. Systematisch gesammelte und umfassende Informationen, bspw. über technische Algorithmen und polizeiliche Auswertungspraxis bei großen Datensammlungen wie jüngst beim Dresdner Abhörskandal, sind kaum zugänglich. Auch dies mag am Ende mit dazu beigetragen haben, dass die anwesenden (kapitalismus- und staatskritischen, autonomen) Linken und eher Liberalen (bspw. AK Vorrat, Thilo Weichert) nicht recht eine gemeinsame Sprache finden konnten. Interessant auch die (fast) entlang der gleichen Konfliktlinie verlaufende Spaltung zwischen Befürworter_innen eher technischer (technokratischer? nerdiger?) und eher politischer Gegenstrategien. Auch wenn das einen etwas ratlos zurücklassen kann, lohnt sich doch ein ‘Blick’ in die Audiodokumentation und die teils sehr lustig kommentierenden Tweets.
January 25 2012
NYPD Drive-by-Scanning
Who needs to be stopped for a search if a Police Officer can scan you from the comfort of his car?
“This technology has shown a great deal of promise as a way of detecting weapons without a physical search,” said New York City Police Commissioner Ray Kelly during his State of the NYPD address on Tuesday.
The gun scanning technology will help lessen the need for NYPD’s use of Stop and Frisk procedures that allowed officers to stop New Yorkers for random street interrogations or searches. In 2011, about 600,000-plus New Yorkers were stopped.
See the video to learn how it works.
January 09 2012
Geo-Textilien
Nicht überirdische oder gar Satelliten-gesteuerte Überwachung – sondern eine die tief im Boden versteckt ist: Geotextilien, die das Eindringen in einem bestimmten Raum kontrollieren können, ohne dass auch nur der Hauch von Technik offensichtlich wird. Im überaus interessanten Blog BldgBlog von Geoff Manaugh hat der Autor dazu einen langen Beitrag geschrieben und mit sehr guten Bildern illustriert.
Drone Landscapes, Intelligent Geotextiles, Geographic Countermeasures.
Es lohnt sich!
ps. Ich merke gerade das die Kategorie Stadt/Urbanismus erweitert werden muss.
December 12 2011
Sicherheit in Israel
Jeder der eine Reise nach Israel unternimmt und es sehen will, sieht es auch: Kameras, Sicherheitsmaßnahmen, Checkpoints und vieles mehr. Israel ist ein Land der Sicherheit – aus allen bekannten Gründen. Es ist auch ein großartigs und unglaublich vielfältiges Land, dass es mir schwerfällt einfache Antworten zu Gesellschaft, Konflikt oder gar dessen Lösung zu geben. Nach dem Besuch mehr als zuvor.
Dennoch haben mich die Checkpoints, mit denen ich mich seit einiger Zeit in einigen Seminaren beschäftigt habe, nachhaltig beeindruckt. Da wir keine Fotos im Checkpoint machen durften, verweise ich auf die Seite von Machsom-Watch, einer Organisation, die vor Ort den Palästinensern hilft und den Staat nervt, da sie die Situation der Checkpoint unerträglich findet – eine recht milde Beschreibung für das, was da passiert. Aus einer Forschungsperspektive ist die in Architektur gebaute Überwachung, Kontrolle und Sicherheit ein zentraler Punkt. Ein kurzer Vortrag eines ex-Vorstandes von Nice Security, hat da auch vor allem, gezeigt, wie man Probleme produziert für die man die Lösung teuer verkaufen kann – wenn es denn technisch sein soll. Die Frage, die unweigerlich aufkam, war ob eine andere Sicht der Dinge und der möglichen Lösungen, nicht auch den Blick auf die Probleme ändern würde – erzeugte vor allem verwundertes Schulterzucken (keine Überraschung!). Die Militarisierung, wie sie Stephan Graham in Cities under Siege beschrieben hat, ist in Israel an vielen Orten in unterschiedlicher Ausprägung zu besichtigen.
So einfach, so klar, wie die Lage von hier oftmals scheint, ist es nicht – das wird auch dann deutlich, wenn man einmal bei Haaretz die Artikel, vor allem die Leitartikel, nachliest, die sich mit den Widersprüchen der israelischen Gesellschaft, der Politik der Besetzung, der Verteidigung, der Situation eines multi-religiösen Staates und anderen augenfälligen Dingen beschäftigen.
Eine eindeutige Stellung zu der einen oder anderen Seite zu beziehen, fällt mir nicht nur schwer, sondern halte ich auch für unsinning. Dafür ist die Situation zu kompliziert und die Lösungen nicht einfach – eine militärische wird es aber letztendlich nicht sein. Da ist meine Stellung allerdings recht eindeutig.
Polizei-Ausstattung historisch
in der New York Times (3.12.2011) findet sich ein schönes Bild zum Vergleich von Polizei-Ausstattunge im Laufe der Zeiten – vielsagend und aus Forschungsperspektive nicht ganz neu, aber sehr anschaulich.
Der Artikel Riot Gear’s Evolution erklärt das ein wenig – dazu noch ein Artikel zur Militarisierung der Polizei (When the police go military) generell.
(Danke für den Tipp, Sergej)
October 03 2011
Eine Nation von Verdächtigen
Auf Truth-out.org erschien vergangene Woche der Artikel “A Nation of “Suspects” – lang, aber mit sehr interessanten Links und Hinweisen.
Unter anderem wird auf ein Projekt der ACLU hingewiesen, in dem es um das Vermächtnis des 11.9.2001 hinsichtlich der Heimatssicherung und den Freiheitsrechten geht – Ten Years Later: Surveillance in the “Homeland”. Darin u.a. der Blog mit einer Serie von Geschichten zur Surveillance in the Homeland. Lesenswert, wenn auch aus rein amerikanischem Blickwinkel.
ps. Auch hier gibt es als zentrales Bild zwei Kameras, mal wieder…
September 13 2011
Die Folgen von 9/11
Das Internet-Radio von Deutschland Radio (dradio Wissen) hat eine 4-teilige Serie zu den Folgen des 11. September 2001 auf dem Netz stehen. Angesichts der Folgen die es auch für Überwachung, Kontrolle, Sicherheit und die Privatsphäre hatte, denke ich ein Hinweis ist hier angebracht.
ps. Die Urlaubszeit ist vorbei und der Blog wird wieder häufiger mit neuen Sachen aufwarten.
July 11 2011
DNA und internationale Datenbanken
Jäger und Sammler. DNA-Sammelwut und internationale Vernetzung polizeilicher Datenbanken
Wann: Mittwoch, 24.8.2011, 19:30 Uhr
Wo: Familiengarten, Oranienstr. 34 / Hofgebäude (U-Bhf. Kottbusser Tor, Bus M 29)
Mit:
- Constanze Kurz (Chaos Computer Club)
- Eric Töpfer (CILIP/Bürgerrechte und Polizei) (angefragt)
- Sönke Hilbrans (Republikanischer Anwaltsverein)
- Uta Wagenmann (Gen-ethisches Netzwerk) und
- Willi Watte
Die ersten DNA-Analysen in der Bundesrepublik 1988 waren noch eine seltene Ausnahme. Heute gehört das Wattestäbchen, mit dem Speichelproben zur DNA-Analyse entnommen werden, zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand der Polizei. Längst geht es dabei nicht mehr nur um Kapitalverbrechen wie Mord oder Vergewaltigung. DNA-Proben werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit entnommen …… Gegen diese biologischen Dimensionen staatlicher Überwachung hat das Gen-ethische Netzwerk (GeN) im Mai eine Kampagne gestartet, und am 26. August wollen wir mit einem Aktionstag auf die europaweite Vernetzung polizeilicher DNA-Datenbanken aufmerksam machen. Um möglichst viele Menschen für den Aktionstag zu mobilisieren, werden wir auf der Veranstaltung umfassend über Formen, Praktiken und Hintergründe polizeilicher DNA-Sammelwut informieren und diskutieren …..
mehr Infos beim Gen-ethischen Netzwerk
July 06 2011
Überwachung: Geschäft ist Geschäft
Cisco und China gemeinsam gegen … nun ja … “crime”?
Western companies including Cisco Systems Inc. are poised to help build an ambitious new surveillance project in China—a citywide network of as many as 500,000 cameras that officials say will prevent crime but that human-rights advocates warn could target political dissent.
(Quelle: WSJ)
May 22 2011
10 Jahre 9/11- Menschenrechte in Zeiten des Terrors
Es nähert sich ein Jubiläum. 10 Jahre 11.September 2001. In der Sicherheitsdebatte ist mit den schrecklichen Ereignissen dieses Tages vieles erklärt worden. Manche Überwachungs- und Kontrollmaßnahme hatte damit sicher nichts weiter zu tun oder brauchte die Ereignisse bestenfalls noch als Katalysator oder Vorwand – andere gab es immer auch. Trotz allem macht es Sinn zu bilanzieren, wie sich Überwachung und Kontrolle seitdem entwickelt sowie Freiheits- und Menschenrechte (rück)entwickelt haben.
In seiner wohl vorerst letzten Ausgabe widemet sich dem Thema ein “Salon Surveillance” in Leipzig. Zu Gast ist als Referent Rolf Gössner. Die einst von der Leipziger Kamera ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe wird derzeit noch von wenigen Einzelpersonen getragen und vom Verein Engagierte Wissenschaft und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen unterstützt.
Mehr Infos gibt es hier.
Donnerstag, 26.5., 19 Uhr, Halle 14 (Spinnereistraße 7, Leipzig). Eine ähnliche Veranstaltung gibt es am Tag davor (25.5., 19 Uhr) in Meißen (Kunstverein, Marktstr. 9).
March 09 2011
Arbeitgeberzugriff auf Facebookprofil
Zwar inzwischen zurückgezogen, aber die Idee ist wirklich … interessant: “Should Employers Be Allowed to Ask for Your Facebook Login?“
February 24 2011
Widerstand gegen UK Zensus
Der Guardian hat eine Geschichte zum Widerstand gegen den Britischen Zensus, der in den nächsten Woche stattfinden wird. Boycott the UK census over links to Lockheed Martin, protesters say (19.2.2011). Der Grund liegt u.a. darin, dass an der Erhebung die Rüstungsfirma Lockheed beteiligt ist.
The really worrying thing is the fact that the information being collected in the next census – including new questions on sources of income and place of birth [to help monitor immigration] – would be ideal fodder for the kind of anti-terror analyses being carried out by Lockheed, and could lead to a faraway database identifying thousands of us as potential ‘threats’.”
Wie sieht die kommerzielle Auswertung unserer Zensusdaten (Microzenus, Volkszählung) durch private Firmen bei uns eigentlich aus? Ist das kontrollierbar?
February 10 2011
MA – Friedensforschung und Sicherheitspolitik
Auch wenn es das Thema des Blogs nur am Rande trifft soll es hier nicht unerwähnt bleiben, auch weil ich denke, dass Konflikt und Friedensforschung viel mehr Bestandteil von Forschung zu Überwachung und Kontrolle sein sollte bzw. diese Themen auch für die “Surveillance Studies” viel wichtiger sein sollten.
Es gibt hier eine Ausschreibung für den Postgraduierten Masterstudiengang “Friedensforschung und Sicherheitspolitik” 2011/2012 an der Universität Hamburg des Kooperationsverbundes Friedensforschung und Sicherheitspolitik. Die Bewerbungsfrist für das akademische Jahr 2011/2012 beginnt am 15. Dezember 2010 und endet am 15. März 2011
Noch ist also Zeit sich zu bewerben.
December 28 2010
Vorträge auf dem CCC Kongress
Ich wurde auf zwei zu diesem Blog passende Vorträge auf dem diesjährigen CCC Kongress aufmerksam gemacht. Und da es live-streams gibt, will ich diese vielleicht interessanten Präsentationen hier nicht vorenthalten. Grundsätzlich neu hört sich das nicht an, aber eine weitere Perspektive ist immer gut. Vielleicht kann jemand berichten, der dabei war oder es gesehen hat – ich bin mir nicht sicher, ob ich es live schaffe.
2010-12-29, Saal 2, 12:30, 60′ (Vorratsdatenspeicherung)
Terrorists Win – Exploiting Telecommunications Data Retention? Telecommunications data retention (TDR) has become a reality in most Western countries. Protagonists claim that the collection of massive amounts of data on the communication behavior of all individuals within a country would enable law enforcement agencies to exploit patterns in the stored data to uncover connections between suspects. (…)
2010-12-29, Saal 2, 18:30, 60′ (Videoüberwachung)
INDECT – an EU-Surveillance Project
The acronym stands for Intelligent Information System Supporting Observation, Searching and Detection for Security of Citizens in Urban Environment. A total of 17 partners in nine member states are developing an infrastructure for linking existing surveillance technologies to form one mighty instrument for controlling the people. They are laying the foundation of a European police state, since INDECT’s results serve to increase the effectiveness of police operation on the national and European level. INDECT is funded under the European Commission’s Seventh Framework Programme (FP7), the security-related research of which provides € 1.4 billion Euro for more than 60 partly interlaced projects. (…)
Die Vorträge werden direkt übertragen (und zu einem unbestimmten Zeitpunkt auch als Aufnahme zur Verfügung gestellt). Die Links zu den Live-Stream finden sich in der Dokumentation:
December 09 2010
Vortrag: Grenzsicherung und Kontrolle
Am kommenden Montag, den 13.12.2010, wird Wolfgang Grenz, stellvertretender Generalsekretär von Amnesty International, Deutschland, an der Uni Hamburg, im Rahmen des Seminars „Europäische Kriminal- und Sicherheitspolitik“ einen Gastvortrag zum Thema Grenzsicherung und Kontrolle unerwünschter Einwanderung in der EU halten.
Hierzu lädt das Institut für Kriminologische Sozialforschung herzlich ein.
Zeit: 12.15 – 14.00 Uhr
Ort: Raum: AP1, Raum 250
November 29 2010
New Book: Prevent and Tame. Protest under (Self)Control
New book on social movements and protest out now!
(Deutsch weiter unten)
Prevent and Tame. Protest under (Self)Control
Florian Heßdörfer, Andrea Pabst, Peter Ullrich (Eds.)
The common dualistic approach to social movements tends to see power and resistance as separate and independent antagonists. The contributors to this book aim to transcend that approach, arguing that to adequately analyze ongoing struggles, it is also critically important to trace the constitutive interconnectedness between social movements and power. This is the aim of the title “Prevent and Tame”: emergent strategies to prevent and tame protest―whether they are undertaken by the state or by factions within the movements themselves―have given rise to new kinds of social relations and regulations that call for a new approach to research on social movements and protest.
Inspired by Foucault and others, this book offers theoretical and empirical investigation into the implications that governmentality studies and subjectivation perspectives may have for a deeper understanding of the dynamics in the relationship between power and movements. The articles reflect on the effects of current neo-liberal or neo-social transformations on social movement practice, including the impact of surveillance, the criminalization and stigmatization of protest, and how these can lead movements to engage in self-taming behavior amongst themselves.
Taken as a whole, this book suggests that to take the struggles of social movements seriously, requires to acknowledge the complexity of the power dynamics in which they are involved. In so doing, the authors’ aim is not to tame protest by over-amplifying its apparent obstacles, but to prevent its energy from being pointlessly wasted or misdirected (i.e. by being spent in the wrong places, in false conflicts, or even in fighting the clouds they cast themselves).
Includes contributions by
Stephen Gill, Peter Ullrich, Florian Heßdörfer, Andrej Holm, Anne Roth, Marco Tullney, Michael Shane Boyle, Darcy K. Leach, Sebastian Haunss and Nick Montgomery
Bibliographic Information
Heßdörfer, Florian; Pabst, Andrea; Ullrich, Peter (eds.) 2010: Prevent and Tame. Protest under (Self)Control, Berlin: Dietz, ISBN 978-3-320-02246-4, 122 pp., € 9.90.
free download
http://www.rosalux.de/publication/37206/prevent-and-tame-protest-under-selfcontrol.html
order your copy (free copy for reviews)
Table of contents
Stephen Gill
Preface: Political Protest in the Age of Neoliberal Austerity
Peter Ullrich, Andrea Pabst, and Florian Heßdörfer
Introduction: Prevent and Tame. Ideas for a New Perspective on Social Movements and Protest
Peter Ullrich
Preventionism and Obstacles for Protest in Neoliberalism. Linking Governmentality Studies and Protest Research
Florian Heßdörfer
Anti-Social or Childish: Protest and Youth under the Eye of Prevention
Marco Tullney
Organizing Employees Under Surveillance: My Boss is Spying on Me, So I Better Keep My Mouth Shut
Andrej Holm and Anne Roth
Anti-Terror Investigations against Social Movements―A Personal Experience of a Preventive Threat
Michael Shane Boyle
The Criminalization of Dissent: Protest Violence, Activist Performance, and the Curious Case of the VolxTheaterKarawane in Genoa
Darcy K. Leach and Sebastian Haunss
»Wichtig ist der Widerstand«: Rituals of Taming and Tolerance in Movement Responses to the Violence Question
Nick Montgomery
Beyond Civil Disobedience and Counter-hegemony: Legitimacy, Strategy and Tactics in the 2010 Anti-Olympics Movement
Kurzbeschreibung (deutsch)
Prevent and Tame. Protest under (Self-)Control
Die gängigen Analysen sozialer Bewegungen neigen dazu, Macht und Widerstand als voneinander unabhängige Größen zu behandeln. Demgegenüber ist den Autor_innen dieses Buches daran gelegen, der Verflochtenheit von Widerstand und Macht nachzugehen. Dahin zielt auch der Buchtitel “Prevent and Tame”: Den Strategien, Protesten vorzubeugen oder sie zu zähmen – egal ob sie von Seiten des Staates oder von Teilen der Bewegungen ausgehen – liegen neue soziale Verhältnisse zugrunde, die nach neuen Forschungsansätzen verlangen.
Das Buch versammelt theoretische und empirische Untersuchungen und fragt nach den Konsequenzen, die sich beispielsweise aus den Foucault‘schen Konzepten der Gouvernementalitäts- und Subjektivierungsforschung ergeben. Die Aufsätze nehmen insbesondere die Effekte neo-liberaler bzw. neo-sozialer Transformationsprozesse auf die Praxen sozialer Bewegungen in den Blick, darunter die Folgen von Überwachung, Kriminalisierung und Stigmatisierung. Dies beinhaltet auch die Frage, wie es dazu kommt, dass sich Bewegungen schließlich selbst um Strategien der eigenen ‚Zähmung‘ und der Einhegung ihres Protests bemühen.
Das Buch fordert dazu auf, die Komplexität der Machtbeziehungen anzuerkennen, gegen die und in denen sich soziale Bewegungen und Proteste konstituieren. Dabei wollen die Autor_innen keineswegs zur Einhegung von Protest beitragen, sondern verhindern, dass Potentiale folgenlos oder zu fragwürdigen Zielen oder gar im Kampf wider die eigenen Schatten verschwendet werden.
Mit Beiträgen von Stephen Gill, Peter Ullrich, Florian Heßdörfer, Andrej Holm, Anne Roth, Marco Tullney, Michael Shane Boyle, Darcy K. Leach, Sebastian Haunss und Nick Montgomery.
November 27 2010
dradio: Indect & co
Ob Computer immer mehr von Bilder, Daten und Zusammenhängen verstehen ist auch in der Forschung fraglich. Das Projekt Indect meint ja und entwirft mit viel Geld eine beänstigende Überwachungsmaschine. Dradio fragt noch einmal nach und stellt auch andere Projekte rund um den Computer und das Thema Daten vor – in der Sendung Breitband vom 27.11.2010: Indect, Kinect, Datablog, Internet-Eyes und Witch-House
November 23 2010
Salon Surveillance 5-2010: Kämpfe kontra Kontrolle
Kämpfe kontra Kontrolle
Geschichte und Perspektiven bundesdeutscher Überwachungskritik
mit Dominik Rigoll (Historiker, Berlin/Jena)
Donnerstag, 2. Dezember 2010, 19 Uhr
Moritzbastei, Universitätsstraße 9, Leipzig
Die ersten Protestgruppen, die in Westdeutschland für Datenschutz und gegen Überwachung auf die Straße gingen, waren ehemalige Bedienstete des «Dritten Reiches». Sie hatten 1945 ihren Job verloren und setzten sich jetzt dafür ein, dass «Kenntnisse» der Alliierten oder aus Spruchkammmerverfahren nach 1949 keine Rolle mehr spielen durften. Ihr Mobilisierungserfolg war überwältigend. Nicht zuletzt dank der fast überall mitregierenden FDP. In den 50er bis 70er Jahren dann trugen die «Entnazifizierungsopfer» bzw. der von ihnen freiheitlichdemokratisch geschulte Nachwuchs maßgeblich dazu bei, dass linke und linksliberale Proteste – gegen Telefonüberwachung etwa oder die sog. Regelanfrage beim Inlandsgeheimdienst – ungleich wirkungsloser blieben. Häufig wurde die Kritik sogar als «unrechtsstaatlich» diffamiert, mitunter auch als «verfassungsfeindlich». Erst als es in den 80er Jahren erneut um die Verteilung von Fragebögen ging, gelang den Protestierenden vor dem Bundesverfassungsgericht ein im Rückblick gar nicht so überraschender Achtungserfolg. Vor diesem Hintergrund soll beleuchtet werden, inwiefern sich die Ausgangsbedingungen für erfolgreichen Protest heute verändert haben.
Der Salon Surveillance ist eine Kooperation mit Engagierte Wissenschaft e.V. / AG Kids Control und Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen.
Informationen: www.engagiertewissenschaft.de/salonsurveillance; Kontakt: salon@freenet.de
November 18 2010
Und wieder mal die Vorratsdatenspeicherung …
Wer sich jetzt noch gegen die Vorratsdatenspeicherung wehrt, hat die Bedrohungslage nicht verstanden.
(Hans-Peter Uhl, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hier zitiert durch heise.de, ist nicht zum ersten Mal auffällig geworden)
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...

